Angaben aus der Verlagsmeldung

Der Große Krieg: Deutschland und Frankreich 1914–1918 / von Jean J Becker, Gerd Krumeich


Das entscheidende Kriegstheater des Ersten Weltkriegs – heute noch in vielen Nationen als der Große Krieg erinnert – war die Westfront. Hier begann er im Jahre 1914 und hier endete er 1918. So war dieser Große Krieg in vieler Hinsicht ein deutsch-französischer Krieg. An der Marne und vor Verdun kämpften fast ausschließlich deutsche und französische Soldaten. Und sicherlich wäre dieser Krieg in dem Moment zu Ende gewesen, wo eine dieser beiden hauptbeteiligten Nationen aufgegeben hätte.<br>Ein deutscher und ein französischer Historiker, die seit vielen Jahren in wissenschaftlichen Projekten zusammenarbeiten, insbesondere im Forschungszentrum des Museums Historial de la Grande guerre in Péronne an der Somme, haben nun gemeinsam eine Gesamtdarstellung des Ersten Weltkriegs aus deutscher und französischer Sicht verfasst. Diese behandelt die militärischen und politischen Entwicklungen genau so wie das tägliche Leben und Sterben an der Front und die Entbehrungen der Bevölkerungen. So gelangen die Autoren zu einer problemorientierten wissenschaftlichen Synthese der so verschiedenen Weltkriegserzählungen der beiden Nationen.<br>Dieses Buch erlaubt es nun endlich, den Ersten Weltkrieg jenseits der oft üblichen nationalen Stereotype auf transnationale Weise zu verstehen. Niemals zuvor war es möglich, in deutscher Sprache so genau über die Tradition der französischen Weltkriegs-Erzählung informiert zu werden. Umgekehrt ermöglicht es die im Verlag Tallandier erschienene französische Ausgabe dieses Buches dem französischen Leser eine deutsche Sicht der Ereignisse. Dementsprechend enthusiastisch sind die Besprechungen in den französischen Medien ausgefallen. Für L'Histoire war es eines der originellsten und stimulierendsten Bücher dieses Jahres.<br>So ist dieses Buch ein wichtiger Schritt hin zu einer international vergleichenden Geschichtsschreibung des Ersten Weltkrieges, welche die unterschiedlichen Kriegserzählungen der Nationen im Sinne einer gemeinsamen Geschichte begreift.