Angaben aus der Verlagsmeldung

Unheilige Familien : Sinnmuster mittelalterlichen Erzählens / von Christian Kiening


Familie, Verwandtschaft und Genealogie spielen in der mittelalterlichen Literatur eine zentrale Rolle. Häufig dominieren dabei die Konflikte: Väter fehlen, Mutterbrüder treten an ihre Stelle, Mütter lenken die Geschicke auf eigene Weise, Geschwister bekriegen sich oder kommen sich umgekehrt zu nahe. An solchen Konstellationen loten die Autoren Spannungen zwischen weltlichen und geistlichen Grundzügen der Kultur
aus. Sie erproben Kippfiguren, in denen sich das, was eben noch unheilig schien, in eine heilsame Form verwandelt. Das vorliegende Buch enthüllt eine grundlegende kulturelle Konfiguration des Übergangs und der Überschreitung – an Erzähltypen, die zu den einflussreichsten der mittelalterlichen Literatur gehören.