Angaben aus der Verlagsmeldung

»Du beau idéal moderne« : Stendhals Entwurf einer modernen Ästhetik / von Astrid Bauereisen


Was hält Stendhals Œuvre zusammen – seine oft als ‚modern‘ bezeichnete Ästhetiktheorie, seine psychologisch treffenden Romane und seine poetologischen Bilder, z.B. die Spiegelmetapher? Es ist eine Ästhetiktheorie, die Stendhal unter dem Vorzeichen des ‚beau idéal moderne’ in seiner frühen Schrift ‚Histoire de la peinture en Italie’ (1817) entwirft und die er zeitlebens immer wieder erläutert oder kondensiert, etwa in der ‚promesse du bonheur’. Für seine späteren Romane ist das ‚beau idéal moderne’ ästhetisches Gestaltungsprinzip. Diese Ästhetiktheorie Stendhals wird im vorliegenden Buch zum ersten Mal dargelegt, und zwar ausgehend von zwei Ansatzpunkten. Zum einen bestimmt Stendhal Kunst dezidiert anti-platonistisch als flüchtig und scheinhaft. Zum anderen fragt er nach Verfahren, die die inneren menschlichen Bewegungen adäquat darstellen – und somit ein dynamisch-flüchtiges ‚beau idéal moderne’ schaffen. Vor diesem Hintergrund kann auch die berühmte Spiegelmetapher in ‚Le Rouge et le Noir’ (1830) neu interpretiert werden.