Die Suche nach dem Geheimnis des Weiblichen ist bereits im historischen Vorfeld der Psychoanalyse eng mit der wissenschaftlichen Annäherung an das Unbewusste verknüpft. Zwar hat sich die moderne Wissensordnung gerade in der Ausgrenzung des weiblich codierten »Anderen« konstituiert. Die Ausschlussdynamiken besitzen jedoch auch eine produktive Kehrseite: Ähnlich wie »das Weibliche« als Katalysator für die künstlerische Einbildungskraft fungiert, wirkt symbolische Weiblichkeit, uneingestanden oder nicht, als Motor wissenschaftlicher Wissensproduktion. Solchen Dynamiken des Unbewussten in der Wissens- und Geschlechterordnung will der Band auf die Spur kommen. Die Beiträge befassen sich sowohl mit der Wissensgeschichte des Unbewussten, den unbewussten Gendercodes der Wissensordnung, als auch mit dem visuellen und politischen Unbewussten.