Angaben aus der Verlagsmeldung

Visionen der langen Dauer Österreichs / von William M Johnston


Der Kulturhistoriker William M. Johnston untersucht die Versuche der drei Wiener Gelehrten Hans Sedlmayr, Viktor Zuckerkandl und Friedrich Heer, die lange Dauer der österreichischen Kultur zu beschreiben. 1957 haben sie Fernand Braudels Begriff der »langen Dauer« (la longue durée) auf die bildenden Künste, die Musik und die Geistesgeschichte Österreichs kühn und genievoll angewandt. Die drei damaligen Essays boten einen einmaligen Beitrag zur Charakterisierung der österreichischen Kultur. Um die Eigenart der habsburgischen Kultur zu kennzeichnen, betonte Sedlmayr »die milde Trauer« der Wiener Malerei und Skulptur, Zuckerkandl das »Sublimste in irdischster Gestalt« der Wiener Klassik in der Musik und Heer die Humanitas des österreichischen Menschen«. Johnston analysiert diese tief gehenden Aufwertungen des Österreichertums im Kontext der Kultursoziologie von Norbert Elias (1897–1990) und liefert einen pointierten Hintergrund zu den Debatten um die Identität Österreichs.

Die österreichische Identität auf dem Prüfstand des Kulturhistorikers