Angaben aus der Verlagsmeldung

Begriffe aus dem Kalten Krieg : Totalitarismus, Genozid und Geschichtsschreibung / von Anson Rabinbach


Die Verbindung von Begriffsgeschichte und historischer Deutung des 20. Jahrhunderts ist ein zentrales Thema der Arbeiten von Anson Rabinbach. Als hervorragender Kenner der politischen Kultur- und Geistesgeschichte Europas deckt er die historischen Phänomene und intellektuellen Denkmuster auf, die sich hinter Begriffen wie Totalitarismus, Genozid und Antifaschismus oftmals verbergen. Dabei verweist er auf deren bis heute fortwirkende ambivalente Funktion: Die Begriffe konzeptualisieren nicht nur zentrale historische Ereignisse, sie prägen als politische Kampfvokabeln die historische Deutung des vergangenen Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Erst nach der Jahrtausendwende, so eine These Rabinbachs, lässt sich die ambivalente Geschichte dieser Begriffe angemessen historisieren - und damit das Jahrhundert selbst.
In einem ausführlichen Gespräch denkt der amerikanische Historiker über die Rolle nach, die der Ideengeschichte beiderseits des Atlantiks beigemessen wird. Anhand seiner eigenen wissenschaftlichen Biographie zeichnet er die vielfältige, oft konfliktreiche und stets auch über die akademische Welt hinauswirkende Geschichte der intellectual history in den Vereinigten Staaten nach und diskutiert die Gründe für die ganz andere Entwicklung der deutschen Geistesgeschichtsschreibung nach 1945.