Angaben aus der Verlagsmeldung

Evangelisch getauft - als Juden verfolgt : Spurensuche Berliner Kirchengemeinden / von Hildegard Frisius, Marianne Kälberer, Wolfgang G Krogel, Gerlind Lachenicht, Frauke Lemmel


Christen jüdischer Herkunft:
Erst getauft, dann im Stich gelassen und verraten. Die Verantwortung der evangelischen Kirche im Nationalsozialismus geht weit über unterlassene Hilfeleistung hinaus. Der Berliner Stadtsynodalverband gründete 1936 die Kirchenbuchstelle Alt-Berlin. Unter der Leitung des Pfarrers Karl Themel wurde hier in Zusammenarbeit mit der Reichstelle für Sippenforschung und der Polizei gegen Christen mit "nichtarischer Abstammung" ermittelt.

Deportiert, ermordet, in den Selbstmord getrieben. Ehrenamtliche aus zwölf Kirchengemeinden begaben sich auf die Spurensuche. Sie fanden die Namen von mehr als dreihundert Gemeindegliedern, die in der Shoah umgebracht wurden. Biografien von Einzelnen wie auch von ganzen Familien wurden in unterschiedlichem Umfang rekonstruiert.

Predigten der Jahre 1938, 1978 und 2002 dokumentieren zudem die unterschiedlich akzentuierte Auseinandersetzung mit Schuld und Versagen gegenüber den Juden und den Christen jüdischer Herkunft.