Angaben aus der Verlagsmeldung

Management komplexer Systeme : Konzepte für die Bewältigung von Intransparenz, Unsicherheit und Chaos


Nicht nur die Alltagserfahrung lehrt uns, dass die moderne Welt immer komplexer wird; als Beispiele seien hier genannt:
(1) die zunehmende Vernetzung einer globalisierten Wirtschaft, die sich etwa in den gestiegenen Anforderungen an das Supply Chain Management niederschlägt, von dem erwartet wird, dass es heterogene Akteure, Prozesse und Strukturen integriert;
(2) die Interdependenz der Finanzmärkte, auf denen Ereignisse in einem Bereich geradezu lawinenartig Konsequenzen in anderen Bereichen nach sich ziehen und so die Wahrnehmung stärken, dass trotz gestiegener Handlungsspielräume der Akteure eine Steuerung des Gesamtgeschehens kaum möglich ist;
(3) die Politikverflechtung in Mehrebenensystemen, die die Gestaltung politischer Entscheidungsprozesse zu einem schwierigen, aufwändigen und kaum kalkulierbaren Geschehen macht, in dem sich die Intentionen der Beteiligten oftmals an nicht vorhergesehenen (bzw. nicht-intendierten) Eigendynamiken brechen;
(4) schließlich die Steuerung komplexer Verkehrssysteme (etwa in der Luftfahrt oder im Straßenverkehr), die immer weniger in der Lage zu sein scheint, ungewünschte Effekte – wie etwa den Verkehrsstau oder den Ausstoß von Treibhausgasen – zu verhindern, weil das Verhalten einer großen Zahl autonomer Entscheidungs-Einheiten kaum präzise vorhersehbar ist.
Gerade das letzte Beispiel zeigt, dass alle Versuche, die Probleme zu lösen, eher dazu beitragen, die Komplexität zu erhöhen. Denn eine intelligente Vernetzung der Verkehrsträger in Form des intermodalen Verkehrs führt zu einer Systemarchitektur, die nochmals eine Größenordnung komplexer ist als die der einzelnen Verkehrssysteme für sich genommen.