Angaben aus der Verlagsmeldung

Der Artifex. Künstler im Mittelalter und ihre Selbstdarstellung / von Anton Legner


Im Mittelalter nannte man einen Künstler Artifex, einen, der eine Kunstmacht. Auf vielen seiner Werke gab der Artifex nicht nur seinen Namen und Nachrichten über sich selbst bekannt, sondern setzte sich auch persönlich „ins Bild“. Diese Selbstdarstellungen von Architekten und Steinmetzen, Bildhauern und Malern, Goldschmieden und Bronzegießern, Buchmalern und Textil künstlern dokumentiert der neue Band von Anton Legner mit einer Fülle von Beispielen in Text und Bild und widerlegt damit auch die bekannten Mythen vom anonymen Schaffen der Künstler im angeblich „dunklen“ Mittelalter. Den Autor beschäftigt die Frage nach unserem Bild vom Mittelalter und seinen Künstlern. Wie und warum stellten sie sich zu damaligen Zeiten selbst dar? Was sagten sie auf ihren Werken und in eigenen Schrift zeug nissen über sich selbst aus? Wie bildeten sie Zeitgenossen und Nachfolgende bei bei ihrer Tätigkeit ab? Mit welchen Absichten und in welchen Zusammenhängen pflegte sich der Artifex in sein Werk einzubringen? Wie und wann wandelte sich die Selbstdarstellung des Künstlers zum individuellen Selbstbildnis, dem „autonomen Portrait“, wie es die Neuzeit kennt? Mit etwa 1000 Abbildungen, einem umfangreichen Dokumententeil und seiner literarisch virtuosen Interpretation zieht Anton Legner die Summe seiner lebenslangen Forschungen zu diesem Thema im europäischen Überblick von Romanik, Gotik und Frührenaissance. Die Dominanz mittelalterlicher Kunst im Rheinland und das seit einigen Jahrzehnten neu erwachte populäre Interesse am Mittelalter machen den Band zu einem bibliophilen Lesegenuss für interessierte Laien ebenso wie für Wissenschaftler.
Professor Dr. Anton Legner, geb. 1928, Direktor des Schnütgen-Museums in Köln von 1970 bis 1990, begeht 2008 seinen achtzigsten Geburtstag Zu diesem Anlass darf der Greven Verlag Köln mit dem angezeigten Band – nach den Standardwerken „Rheinische Kunst“ (1991) und „Kölner Heilige und Heiligtümer“ (2002) – eine weitere Summe seiner lebenslangen Forschungen verlegen.