Angaben aus der Verlagsmeldung

Die verschwundene Arbeit : in Fotografien aus Berliner Sammlungen und Archiven


Gasriecher, Klöpplerin, Feilenhauer oder Senfmüller – Berufe, die heute kaum mehr jemand kennt, waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts keine ungewöhnlichen Betätigungsfelder. In der explosionsartig wachsenden Großstadt musste bald jeder und jede einer Erwerbsarbeit nachgehen, um sein Überleben und das der Familie zu sichern. Mit der rasanten Industrialisierung entstanden mannigfaltige Berufsbilder in den Fabriken, aber auch in den Büros und den Villen und Etagenwohnungen der Oberschicht, die mit der nächsten technischen Revolution, durch Rationalisierung oder aber durch den Zweiten Weltkrieg und schließlich als Folge des Mauerbaus wieder verschwanden. Man denke nur an die Telefonistinnen in den Postämtern, das Heer der Fabrikarbeiter bei Siemens & Halske, Borsig, der AEG oder Osram und Agfa, an die vielen Mädchen vom Lande, die als Dienstbotinnen in Stellung waren, an den riesigen Fuhrpark der Meierei Bolle oder die Vielfalt der Tätigkeiten in der Nahrungsmittelproduktion bei Essig-Kühne oder der Schultheiss-Brauerei. Sie alle trugen zum Funktionieren der modernen Welt bei.
Die einzigartigen, bislang meist unveröffentlichten Privatfotografien aus verschiedenen Berliner Archiven zeigen das alte Handwerk der Hinterhofwerkstätten, die Heimarbeit der Frauen, die Fabrikarbeit, die verschiedenen Dienstleistungsberufe, aber auch die prekäre Arbeit unter freiem Himmel als Drahtseilartist, Leierkastenmann oder Hundedompteur.