Angaben aus der Verlagsmeldung

Massenmedien und Spendenkampagnen : Vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart


Heutzutage sind die Massenmedien wirkungsvolle Mittel, um bei Naturkatastrophen und in anderen Notlagen enorme Geld- und Sachspenden einwerben zu können. Diese Funktion ist aber keineswegs neu. Seit wann und in welchen Fällen Massenmedien zu diesem Zweck eingesetzt werden, zeigen die hier versammelten Beiträge. Die Anfänge führen ins 17. Jahrhundert zurück, als Zeitungen und Intelligenzblätter zu mildtätigen Spenden aufriefen. Später zielte man auf patriotische Opfergaben. Im Ersten Weltkrieg wurde für die Zeichnung von Kriegsanleihen geworben. Die Nationalsozialisten entfesselten Spendenkampagnen in Presse, Rundfunk und Wochenschau vor allem für das Winterhilfswerk. Abschließend werden die Formen heutiger Spendenwerbung im Fernsehen dargestellt, in dem Benefizsendungen und Spendengalas zu
festen Programmgenres geworden sind, deren Auswirkungen jedoch inzwischen Anlass für Kritik an den beteiligten Hilfsorganisationen geben.
Jürgen Wilke ist Professor für Publizistik an der Universität Mainz.