Angaben aus der Verlagsmeldung

Ilias und Odyssee : Zweisprachige Ausgabe / von Homer


Ilias & Odyssee:
Im Original von Homer. In der Übersetzung von Voß.

Doppelt klassisch: Die zweisprachige Ausgabe des Klassikers mit der bis heute unerreichten klassischen deutschen Übertragung.


Edelmut und bitterer Hass, selbstloses Handeln und finstere Intrigen, verhängnisvolle Entscheidungen und unabwendbare Tragödien, schockierende Brutalität und bezaubernde Anmut, detailfreudige Realität und blanke Fantasy, blutschäumende Action und Kontemplation mit Blick auf die Ewigkeit - es ist nicht zuletzt das Aufeinanderprallen gegensätzlicher Elemente, das uns zweimal vierundzwanzig Gesänge lang in Atem hält. Und die durchdachte Komposition, in der Homer Götter und Helden gegeneinander antreten lässt. Die beiden Großepen aus der späten Bronzezeit sind mehr als nur Kerntexte humanistischer Bildung. Ilias und Odyssee sind die Muster aller Erzählkunst.

Der Kampf um Troja (und um die schöne Helena) und die fantastischen Irrfahrten des Odysseus sind nicht nur die ältesten Epen Europas, sie faszinieren uns bei aller kulturellen Distanz bis heute durch die Virtuosität, mit der sie zeitlose menschliche Fragen in Handlung verwandeln. Dabei ist es egal, ob Homer ein einzelner Autor war oder die Dichtung das Produkt einer langen Erzähltradition:

„Nachgeahmt wurde Homer unendlich oft … erreicht hat die frische, unbelastete Dichtung nichts“ (Herbert Bannert, Die Zeit). Geschickt reiht sich Szene an Szene, bauen durch den Wechsel der Perspektiven und Erzählebenen enorme Spannungsbögen auf. Homer dynamisiert die Handlung durch das Raffen von Zeit oder bringt sie durch extreme Zeitlupen nahezu zum Stillstand. Er unterbricht die Chronologie durch Szenenwechsel und Zeitsprünge, setzt das große Panorama mit derselben Perfektion ein wie den Zoom auf dramaturgisch wichtige Details. Dies alles sind Techniken, wie wir sie aus unseren modernsten Medien kennen. Jens Jessen konstatiert in der Zeit: „Es gibt wenige Werke der ältesten Literatur, die sich so direkt in die Vorstellungswelt einer rasant erzählten Bildergeschichte fügen.“

Zahlreiche Übersetzungen konkurrieren miteinander. Keine kann es mit der „unvergesslichen, längst schon klassischen und geflügelten Form des Johann Heinrich Voß“ (Die Zeit) aufnehmen, in der seit Goethes Zeiten die deutschsprachige Welt den Kosmos Homers kennengelernt hat. Voß wollte den griechischen Vers so genau wie möglich nachbilden. Die Verszahl des Originals sollte beibehalten werden, jedem Hexameter Homers ein deutscher Vers entsprechen. Durch ihre zahlreichen sprachlichen Neuschöpfungen hat diese Übertragung längst den Rang eines eigenständigen Sprachmonuments gewonnen.

Nur bei uns erscheint sie jetzt zusammen mit dem parallel gedruckten altgriechischen Originaltext.