Angaben aus der Verlagsmeldung

Scientology : Wie der Sekten-Konzern die Welt erobern will / von Frank Nordhausen, Liane von Billerbeck


Tom Criuse – Der Scientology-Star! Was verbindet Tom Cruise, den höchstbezahlten Schauspieler der Filmgeschichte, mit der totalitären Psychosekte? Scientology intern trägt der 45­-Jährige den Titel eines »Operierenden Thetans« der Stufe VII, ist demnach angeblich Herrscher über Raum, Zeit, Materie und Energie. Er ist also Superman, und als solcher auch nicht irgendein Scientology-Star, sondern er ist der Scientology-­Star, und eigentlich ist er Scientology. Es war Tom Cruise, der 2004 die neue Spanien-­Zentrale von Scientology in Madrid gemeinsam mit dem Sektenboss David Miscavige feierlich einweihte. Er war es auch, der in Interviews Scientology als »einzige Philosophie« bezeichnete, »um die Erde in Ordnung zu bringen«. Unter großer öffentlicher Anteilnahme drängte Cruise seine Ehefrauen Nicole Kidman und Katie Holmes zum Eintritt in den Kult, ebenso wie er kürzlich versuchte, den Fußballstar David Beckham zu rekrutieren. Am Set seines Films »Krieg der Welten« ließ er zur spirituellen Bearbeitung seiner Kollegen ein Scientology-­Zelt aufstellen und gab vielen Journalisten erst dann ein Interview, wenn sie zuvor eine Scientology-­Niederlassung besichtigt hatten. Tom Cruise ist aber auch eine Art politischer Gesandter der Sekte. Er wurde bei verschiedenen US-­Botschaftern in Europa vorstellig, um sie zum Protest gegen die angebliche Diskriminierung seiner »Kirche« zu animieren. Politiker wie Klaus Wowereit und Nicolas Sarkozy haben ihn empfangen. Im Jahr 1996 gelang es dem Mimen, Hollywoodkollegen wie Oliver Stone und Dustin Hofmann zu einem offenen Brief an Bundeskanzler Helmut Kohl zu bewegen, mit dem sie »religiöse Toleranz« in Deutschland einforderten; sogar das US-­Außenministerium intervenierte damals in Berlin zu Gunsten der Sekte. Intern bezeichnet sich die Scientology-­Organisation, die ihr ehemaliger Österreich-­Chef Wilfried Handl ein »faschistoides System« nennt, ausdrücklich nicht als Religion, sondern als »wissenschaftliche Weltanschauung«. Der Science-­Fiction-­Autor und Scientology-­Gründer L. Ron Hubbard nannte als wichtigsten Grund, dennoch als Religion verkleidet aufzutreten: »Das tun wir, um Steuern zu sparen.« 1993 wurde Scientology als Non-­Profit-­Organisation anerkannt und ist seither in der Tat von der Steuer befreit, was auch in den USA umstritten ist.