Angaben aus der Verlagsmeldung

Was sich liebt, das nervt sich / von Jean C Kaufmann


Wer verliebt ist, möchte am liebsten mit dem anderen auf einer rosaroten Wolke der Realität entschweben. Dass dieses Gefühl der Leichtigkeit des Seins in der Regel nicht lange anhält, merkt man spätestens dann, wenn morgens die Zahnpasta nicht aus der Tube kommen will, weil die Herzallerliebste sie völlig zerknautscht hat, oder wenn plötzlich ein ausgestopfter Fischkopf das Wohnzimmer ziert, weil der geliebte Hobbyangler seinen ersten Hecht gefangen hat. Die eigenartigen Vorstellungen und Verhaltensweisen unserer Partner können uns gewaltig auf die Nerven gehen. Dieser Ärger ist jedoch keineswegs zufällig und bedeutungslos, sondern läuft stets nach präzisen Mechanismen ab, die Aufschluss darüber geben, wie Beziehungen insgesamt funktionieren.

Für sein neues Buch hat Jean-Claude Kaufmann zahlreiche ebenso verzweifelte wie unwiderstehlich komische Aussagen von Frauen und Männern über ihren Beziehungsärger gesammelt und ausgewertet. Durch die Infragestellung der traditionell vorgeschriebenen Rollen und das Streben nach Gleichberechtigung und Selbstverwirklichung scheint das Ärgerpotenzial seit den 1960er-Jahren kontinuierlich anzusteigen.

Kaufmann zeigt die Ursachen auf und untersucht, welchen Einfluss das soziale Umfeld hat. Er geht der Frage nach, ob Frauen und Männer sich auf unterschiedliche Art und Weise ärgern, und schildert, welche Kriegslisten und Liebestaktiken sie ersinnen, um den Ärger zu beheben oder mit ihm klarzukommen. Denn glücklicherweise hat auch diese Fähigkeit zugenommen.