Angaben aus der Verlagsmeldung

Und keiner war dabei : Dokumente des alltäglichen Antisemitismus in Wien 1938 / von Hans Safrian, Hans Witek


Während und nach dem »Anschluss« Österreichs an das Deutsche Reich prägten antisemitische Aktionen Zehntausender Wiener und Wienerinnen das Bild der Stadt. Ohne und teilweise gegen ausdrückliche Befehle von »oben« belustigten sie sich an der öffentlichen Erniedrigung von Jüdinnen und Juden, plünderten ihre Läden und Geschäfte, füllten sich die Taschen bei »Hausdurchsuchungen« ihrer Wohnungen. Aus den hier präsentierten Dokumenten wird deutlich, wie die Verfolgten ihre Situation wahrnahmen, aber auch, was sich männliche und weibliche »kommissarische Verwalter« und »Arisierungsbewerber« dachten, wie sie ihre Wünsche nach besseren Berufen, Wohnungen und sozialem Aufstieg auf Kosten von Ausgegrenzten in die Realität umsetzten.
Die erweiterte Neuauflage des Buches, das bei seinem ersten Erscheinen 1988 für großes mediales Aufsehen gesorgt hat, wurde um bisher weniger bekannte Aspekte der Entrechtung und Enteignung von Jüdinnen und Juden ergänzt. So werden etwa die Beiträge von Wiener Ministerialbürokraten zur Gesetzgebung des »Dritten Reiches« dokumentiert und analysiert, aber auch erst nachträglich legitimierte Beschlagnahmungen in der »Ostmark« des Jahres 1938.