Angaben aus der Verlagsmeldung

Jahrbuch der Klassik Stiftung Weimar - Europa in Weimar - Visionen eines Kontinents


In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entwickelt sich Weimar zu einem Kristallisationspunkt europäischer Kulturgeschichte: Ökonomisch unbedeutend und weitab der politischen Machtzentren gelegen, avanciert die kleine Residenzstadt zu einem Ort, an dem sich europäische Kunst und europäische Wissenskulturen verdichten. Europa ist omnipräsent in Weimar: in den Kunstsammlungen des Residenzschlosses, in der herzoglichen Bibliothek, in den neu gestalteten Landschaftsgärten wie auch in Literatur und Publizistik.
Im 19. Jahrhundert wandelt sich das Bild: Nun ist es nicht mehr nur die Kunstförderung, die Weimar zu einem Resonanzraum europäischer Kulturentwicklung macht, sondern jetzt ist es die Residenzstadt ihrerseits, die über Deutschlands Grenzen hinaus Bedeutung gewinnt und zu einem Anziehungspunkt für Künstler, Gelehrte und Wissenschaftler wird. Reisende aus ganz Europa kommen nach Weimar, um jenen Ort zu erkunden, an dem Wieland, Herder, Goethe und Schiller zeitgleich gewirkt haben. Weimar wird zum Inbegriff einer »geistigen Lebensform« (Thomas Mann) und rückt in den Rang einer europäischen Kulturmetropole.
Im Band werden die vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen Weimar und Europa anhand herausragender Weimarer Persönlichkeiten und ausgewählter Museums- und Archivbestände thematisiert.