Angaben aus der Verlagsmeldung

Aushandlungen bei Kindeswohlgefährdung : Entscheidungsrationalitäten, Risikokommunikation, Interventionsstrategien / von Stephan Rietmann


Entscheidungsträger bei Kindeswohlgefährdung sehen sich wiederkehrenden strukturellen Schwierigkeiten und Dilemmata gegenüber. Dabei zeigt sich eine Kluft zwischen dem politisch, gesellschaftlich und fachlich erwünschten Zielzustand einer für das Kindeswohl funktionierenden Kooperation und der tatsächlich beobachtbaren Praxis. Im konkreten Einzelfall geht es beispielsweise um unterschiedliche Auffassungen zum richtigen Interventionszeitpunkt, die Abwägung von Freiwilligkeit und Kontrolle oder die Entscheidung über eine geeignete Intervention. In der Kooperation mit beteiligten Fachstellen bestehen vielfach unbearbeitete Schnittstellen, Verantwortungsdelegationen sowie widersprüchliche Ziele und Aufgaben. Es liegt ein Aufgabenkontext vor, der sich durch schwierige Ermessensprobleme, Handlungsdruck und knappe Ressourcen kennzeichnet. Es kommen verantwortliche Entscheidungsträger zu Wort und stellen Intervenieren und Erleben bei Kindeswohlgefährdungen dar. Informationsquellen sind Hintergrundgespräche, narrative Interviews mit Experten aus den Handlungsfeldern Jugendhilfe, Justiz, Polizei und Medizin sowie teilnehmende Beobachtungen an fachlichen Arbeitskreisen.