Angaben aus der Verlagsmeldung

Die verlorene Liebe der Ilse Stein : Deportation, Ghetto und Rettung / von Johannes Winter


Als dramatische Begegnung zweier Menschen in ihrer Zeit fügt sich die dokumentarische Erzählung zum Abbild einer Epoche von Massenmord und Vernichtungskrieg. Sie hallt nach und geht nicht zu Ende. Eine Atem beraubende Biographie einer jüdischen Frau inmitten des mörderischen 20. Jahrhunderts. Eine wunderbare Erzählung über Mut und Menschlichkeit.


Als Hitler an die Macht kam, war Ilse Stein keine zehn Jahre alt. Den Prozess der Aussonderung stand sie durch, die Gewalt im heimatlichen Dorf im Vogelsberg, die Vertreibung und Flucht nach Frankfurt am Main, die Demütigungen, die Gesetzmäßigkeit von Beraubung und Verelendung. Sie wurde nach Minsk in Belorussland deportiert, ins Ghetto – ein Wartesaal des Todes für tausende deutscher Juden. Dort begegnete sie dem Hauptmann Willi Schulz. Dass Ilse Stein überlebte, ist auch sein Verdienst, der Parteigenosse, aber kein Nazi war. Dem Paar gelang die Flucht zu den Partisanen. Ilse Stein gerät in die
Hände der sowjetischen Geheimpolizei. Ein zweites Mal deportiert, erlebte sie das Kriegsende in Sibirien. Bis zu ihrem Tod lebte Ilse Stein in Rostow am Don im Süden Russlands. Den Hauptmann verlor sie für immer aus den Augen.

Der Autor:
Johannes Winter, geboren 1946, freier Autor und Publizist, Studium in Tübingen und Frankfurt am Main, Mitbegründer der taz, Nachrichtenredakteur beim Hessischen Rundfunk, seit 2001 Mitarbeit an Projekten zur historischen Friedensforschung. Zahlreiche Veröffentlichungen. Bei Brandes & Apsel erschien: Herzanschläge. Ermittlungen über das Verschwinden von Juden, Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen aus dem Dorf.