Angaben aus der Verlagsmeldung

Democracy, Decentralisation and Poverty Reduction in Malawi / von Blessings Chinsinga


Malawi ist eines der ärmsten Länder der Welt, etwa ein Drittel der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Die vorliegende Studie untersucht die Politik der Armutsbekämpfung in Malawi mit besonderem Schwerpunkt auf Machtstrukturen und Beziehungen zwischen institutionellen Akteuren und Interessenvertretern auf unterschiedlichsten Regierungs- und Gesellschaftsebenen. Dies hat zur Folge, dass die lokalen Strukturen, welche den politischen Auseinandersetzungen um institutionelle Macht, den politischen Debatten über Staatsführung und Armutsbekämpfung und der inhärenten Herausforderung, die Vertretung der armen Bevölkerungsschichten im politischen und administrativen Reformprozess zu stärken, innewohnen, deutlich zum Ausdruck kommen.

Das vorliegende Werk konzentriert sich vorrangig auf die Prozesse und charakteristischen Eigenschaften des politischen Machtgebrauchs und versucht, Rahmenbedingungen für eine tragfähige Armutsreduzierung aufzustellen. Administrative und politische Reformen werden als bewusstes Bestreben seitens der Regierung verstanden, gemachte Fehler zu korrigieren, um nachhaltig eine gute Regierungsführung, Entwicklungszuwachs und Armutsreduzierung zu erreichen. Der Autor untersucht die Frage, ob demokratische Dezentralisierung eine erfolgreiche Politik der Armutsbekämpfung tatsächlich unterstützt, wie von vielen Vertretern der Entwicklungspolitik gehofft wird. Landknappheit ist hier einer der Hauptfaktoren für Armut, wobei dieses Phänomen nicht nur ein Resultat des Bevölkerungswachstums ist, sondern auch der enorm ungleichen Landverteilung. Dieses zentrale politische Problem wird von den entsprechenden Gebern bzw. Entscheidungsträgern – die Entwicklung entpolitisieren wollen – selten erörtert. Ohnehin sind die diversen Initiativen der Spender seit 1994 aus Konkurrenzgründen inkompatibel. Aufgrund seiner Entwicklungen in den vergangenen 15 Jahren, ist Malawi ein ideales Fallbeispiel, um die Politik der Armutsbekämpfung zu untersuchen. Nach der wohl repressivsten Regierung des südöstlichen Afrika hat Malawi im Mai 1994 wieder eine Mehrparteien-Demokratie eingeführt, die unnachgiebigen Gebern und innerstaatlichem Druck folgt.

Das Werk zeigt, in welch enormem Ausmaß die meist fremd gesteuerte Intervention der Entwicklungspolitik gleichzeitig abgebaut und an lokale politische Begebenheiten und Interessen angeglichen wird. So gelingt es dem Autor einen willkommenen realitätsbezogenen Beitrag zur Dezentralisierungsdebatte beizusteuern, die schon zu lange mit zu hohen und völlig unrealistischen Hoffnungen und Erwartungen ausgetragen wird. Malawis Dezentralisierungspolitik ist noch zu jung für eine endgültige Bewertung, dennoch sind die Hauptergebnisse dieses Werkes auf zahlreiche afrikanische Länder übertragbar.