Angaben aus der Verlagsmeldung

Die Geburt des Autors aus dem Geist der Herausgeberfiktion : Editoriale Rahmung im Roman um 1800: Wieland, Goethe, Brentano, Jean Paul und E.T.A. Hoffmann / von Uwe Wirth


Was ist ein Herausgeber? Wie verhalten sich Autorschaft und Herausgeberschaft zueinander? Welche Funktion hat der Heraus-geber als diskursive Instanz im Rahmen und am Rahmen literari-scher Texte?

Diesen Fragen geht Wirths Unter-suchung sowohl mit Blick auf die literaturwissenschaftlichen Ansät-ze zum Thema Autorschaft nach, als auch mit Blick auf die Literatur des Zeitraums 'um 1800', in dem sich der moderne Autorschafts-begriff entfaltet.
Vor dem Hintergrund dieser Konstellation bleibt zu klären, welche Rolle der fiktive Heraus-geber bei der Genese moderner Autorschaft spielt, ja ob der em-phatische Autorbegriff der Ge-nieästhetik womöglich nur eine spezifische Transformation der Funktion Herausgeber ist.
Im systematischen ersten Teil geht es darum, die Grundzüge eines allgemein wirksamen edito-rialen Dispositivs herauszuarbei-ten, das sich im Rahmen als Ar-rangement des Textes und am Rahmen als Paratext, etwa als editorialer Kommentar, manifes-tiert. Die exemplarischen Analy-sen des zweiten Teils werden als verschiedene Formen der Inter-ferenz von Autorfunktion und Herausgeberfunktion im Kontext der poetologischen Debatten der Zeit um 1800 analysiert. Be-sondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Problemen der Schrift und des Schreibens, wie sie im Rahmen der "Schreib-Szenen" und der Editions-Szenen darge-stellt werden.