Angaben aus der Verlagsmeldung

Akten deutscher Bischöfe seit 1945 - : Westliche Besatzungszonen 1945-1947


In Deutschland waren die Jahre zwischen 1945 bis 1947 geprägt von Ruinen und Trümmern, von Flucht und Vertreibung, von Besatzungsherrschaft und den Anfängen deutsch-deutscher Teilung. NS-Diktatur und Zweiter Weltkrieg hatten aber auch ein geistiges Vakuum hinterlassen, das sich in weiten Bevölkerungskreisen in Unsicherheit und mangelnden Vorstellungen über die Zukunft niederschlug.
Die katholische Kirche war in ihren Amtsträgern und ihrer Organisation über die NS-Zeit hinweg weitgehend intakt und glaubwürdig geblieben. Gerade auf ihr ruhten darum viele Erwartungen. Zwischen der Last der Vergangenheit, dem Bemühen um Orientierung und der elementaren Not des Alltags suchten die deutschen Bischöfe Wege des Neubeginns nach der Katastrophe.
Die Bischöfe sahen sich und die katholische Kirche aber auch selbst mit zahlreichen Herausforderungen und Hindernissen konfrontiert: der Unklarheit über die Weitergeltung der Konkordate, der Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen mit unterschiedlicher politischer Ausrichtung, den Unsicherheiten über die außen- und innenpolitische Entwicklung, den begrenzten Möglichkeiten der Kontakte nach Rom und ins Ausland. Geradezu übermächtig war die Belastung durch humanitäre wie seelsorgliche Zeitfragen – etwa die Flüchtlingsproblematik oder das pauschale Vorgehen der Sieger bei der Entnazifizierung. Dabei fiel es dem Episkopat oft schwer, sich untereinander abzustimmen.
Der Band knüpft an die renommierte Edition der „Akten deutscher Bischöfe zur Lage der Kirche 1933-1945“ an. Er setzt im April 1945 ein und führt die Edition über das Schwellenjahr 1945 hinaus bis Ende 1947 fort. Nach breiten und intensiven Quellenforschungen in kirchlichen und staatlichen Archiven kann der Bearbeiter mit zahlreichen bislang völlig unbekannten Dokumenten aufwarten, die auch die gesamtdeutsche Perspektive berücksichtigen. Für die historische Erforschung der Besatzungszeit bildet der Aktenband Ulrich Helbachs eine unverzichtbare Grundlage.