Angaben aus der Verlagsmeldung

Forschen und Erfinden


In der Geschichte der Fotografie gab es schon immer Berührungspunkte zu anderen Disziplinen, von den Wissenschaften bis hin zur Trivialkultur. Diesen weiten Denkraum haben Künstlerinnen und Fotografen in den vergangenen Jahren vermehrt für ihre fotografische Praxis entdeckt und erkunden mit einem quasi-wissenschaftlichen Ansatz ihre Umgebung und die Welt. Auf den Spuren wissenschaftlicher Annäherung, aber befreit vom objektiven Gestus, nähern sich viele Künstler diesen Bild- und Forschungsfeldern – manchmal mit ausgiebigem Ernst, manchmal augenzwinkernd-fiktiv, oft mit dem Ziel, die Kriterien der Wahrheitsfindung und die Modelle der Welt zu hinterfragen.
Der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Fotomuseum Winterthur präsentiert acht zeitgenössische Fotografinnen und Fotografen aus ganz Europa und dem Libanon. In ihren Arbeiten spiegelt sich die Auseinandersetzung mit Rechercheformen und Formfindungen der Wissenschaft in besonders aufschlussreicher Weise. Dabei stehen biologische Forschungen im südamerikanischen Regenwald neben soziologischen und historischen Fragestellungen, polit- wie geisteswissenschaftliche Perspektiven werden eingenommen oder imitiert.