Angaben aus der Verlagsmeldung

Stefano Torelli, Hofmaler in Dresden : Sein Werk in Sachsen, Bayreuth, Lübeck und Sankt Petersburg / von Thomas Liebsch


Die vorliegende Forschungsarbeit über den aus Bologna stammenden Dresdener Hofmaler Stefano Torelli (1704-1780) stellt die erste zusammenfassende Forschungsarbeit zum Künstler dar, die alle Schaffensphasen mit gleicher Tiefe beleuchtet.

Stefano Torelli gehört zu der Gruppe italienischer Maler des 18. Jahrhunderts, die fern ihrer Heimat nördlich der Alpen Berühmtheit erlangten. Durch Studienaufenthalte an den wichtigen Malschulen italienischer Zentren geschult, wurde Torelli besonders von der bolognesischen und venezianischen Malerei geprägt, so dass er sich dem Stil der nördlich der Alpen so erfolgreichen Maler des Rokoko, wie Antonio Pellegrini, Jacopo Amigoni und Giovanni Battista Tiepolo anschloss, ohne dabei seine bolognesische Herkunft zu verleugnen. Seine Vielseitigkeit zeigt sich darin, dass er nahezu das gesamte Spektrum von der Wandmalerei, über große Altartafeln bis zum Bildnismalerei und auch die Handzeichnung virtuos beherrschte und auf jedem der genannten Gebiete Spitzenwerke hervorbrachte.

Der Weg seiner stilistischen Entwicklung begann im Elternhaus in Bologna, beide, sowohl Felice Torelli als auch Lucia Casalini-Torelli, waren berühmte Maler, die ihn in der Manier der späten Carraccischule ausbildeten. Seine Studienaufenthalte brachten ihn zu Francesco Solimena nach Neapel, nach Venedig und Rom, von wo aus er auf eigene Faust und Kosten sich nach Dresden begab und hier seinen fast zwanzigjährigen Aufenthalt als königlich-polnischer Hofmahler nahm. Hier entstand ein großer Teil seiner Hauptwerke, wie die Ausmalung der Sakramentskapelle für König August III. und die Deckenmalereien im Schloss Nischwitz, das dem Premierminister Graf Heinrich von Brühl gehörte. Neben diesen Hauptauftraggebern wirkte der Maler auch für die Kurprinzessin Maria Antonia Walpurgis und für Carl Heinrich von Heineken. Durch den Siebenjährigen Krieg musste er Dresden verlassen. Es kam zwischen 1759 und 1762 zu einem Intermezzo in Lübeck, wo er den Audienzsaal des Rathauses mit 10 allegorischen Darstellungen schmückte. Den Höhepunkt seines Schaffens bildete die anschließende Berufung nach Russland als Professor für Malerei an die Kunstakademie zu Sankt Petersburg und vor allem seine spätere Ernennung zum Hofmaler der Zarin Katharina II. In seinen letzten Lebensjahren vollendete er die Ausmalung des Musensaales im Chinesischen Schloss in Oranienbaum bei Sankt Petersburg, die sein malerisches Vermächtnis wurde. Diese Malerei mit duftig hellen Figuren, fliegenden Gruppen zeigt ihn als sehr repräsentativen Vertreter des späten Rokoko.

Im Ergebnis der vorliegenden Forschungen zu Leben und Werk des Malers Stefano Torelli verdichtet sich das Bild über den Künstler. Dazu trägt vor allem das hier zum Œuvre des Künstlers beigefügte, bisher vollständigste Werkverzeichnis bei, abgerundet durch 74 Transkriptionen von wesentlichen Archivquellen zum Maler.