Angaben aus der Verlagsmeldung

Die Wettiner und ihre Herrschaftsgebiete 1349 - 1382 : Landesherrschaft zwischen Vormundschaft, gemeinschaftlicher Herrschaft und Teilung


Mit der Zeit von 1349 bis 1382 hat die Publikation einen Abschnitt der meißnisch-thüringischen Landesherrschaft der Wettiner zum Gegenstand, in den zahlreiche Weichenstellungen für die Ausprägung des späteren kursächsischen Territorialstaates fielen. Ein wesentliches Problem war das Ringen um eine geeignete Form der Herrschaft, für die es mehrere Anwärter gab. Diese Frage wurde letztlich 1382 mit einer Länderteilung entschieden. Beim Ausbau der Landesherrschaft waren die Wettiner, denen zwischen 1349 und 1382 zahlreiche territoriale Erwerbungen gelangen, gegenüber benachbarten Herrschaftsträgern sehr erfolgreich.
Geprägt war dieser Zeitraum auch durch einen Ausbau der landesherrlichen Verwaltung, bei der in Ansätzen schon eine Dreistufigkeit erkennbar ist. Wenngleich die Herrschaft der Wettiner vom Grundsatz her noch eine Reiseherrschaft war, konnte doch schon eine Reihe bevorzugter Residenzen nachgewiesen werden. Der Vergleich mit anderen Dynastien im Reich zeigt die Wettiner als eine Dynastie, die bei der Problematik der Länderteilungen nach zeittypischen Denkmustern handelte. Die Untersuchung verdeutlicht auch, dass das sehr wechselvolle politische Geschehen mit zahlreichen größeren und kleineren Konflikten den Wettinern eine bemerkenswerte Koordinationsleistung bei der Ausübung ihrer Herrschaft abverlangte, die sie zusammen mit ihrem Rat erfolgreich gemeistert haben. Durch Konzentration von Herrschaftsrechten schufen sie die Grundlagen dafür, dass sich im Laufe des 15. Jahrhunderts unter ihren Nachfolgern die Landesherrschaft zum Territorialstaat entwickeln konnte.