Angaben aus der Verlagsmeldung

Dresden im Wandel : Raum und Bevölkerung der Stadt im Residenzbildungsprozess des 15. und 16. Jahrhunderts / von Andreas Meinhardt


Aus dem Inhalt:
I. Einleitung
1. Das Thema
2. Die bisherige Forschung
3. Begriffsklärungen
3.1. Hof, Residenz und Residenzstadt
3.2. Raum
3.3. Bevölkerung und Bevölkerungsstruktur
4. Der Untersuchungsgang
5. Die Quellengruppen
6. Die Methoden
II. Der Raum: Von der bürgerlichen Landstadt zur
fürstlichen Residenz und Festung
1. Der Siedlungsraum
2. Die Entwicklung der Stadtanlage
2.1. Befestigungen
2.2. Stadtviertel
2.3. Straßennetz
2.4. Grundstücke und Häuser
2.5. Sakraltopographie
2.6. Zentrale Einrichtungen und Gebäude der Stadt
2.7. Schulwesen
2.8. Vorstädte
2.9. Altendresden
2.10. Vorwerke, Ratsdörfer und ländlicher Streubesitz
2.11. Fürstlich-höfische Bauten
3. Städtischer Raum, Residenzfunktion und fürstlicher
Gestaltungswille: Eine Zwischenbilanz
III. Die Bevölkerung: Von Stadt- und Hof- zur
Residenzgesellschaft
1. Die Entwicklung der Bevölkerungsgröße
1.1. Ermittlungsprobleme
1.2. 15. Jahrhundert
1.3. 16. Jahrhundert
1.4. Demographische Grundstruktur des Jahres 1603
1.5. Versorgungsprobleme
2. Das Bürgerrecht und die Neubürgeraufnahme
2.1. Bedeutung des Bürgerrechtes
2.2. Grundmuster: Bedingungen und übliche Praxis des
Bürgerrechtserwerbes
2.3. Abweichungen vom Grundmuster: Spielräume und
Handlungszwänge bei der Bürgerrechtserteilung
2.4. Entwicklung der Neubürgeraufnahme
2.5. Migrationsräume
2.6. Berufsstruktur der Neubürger
2.6.1. Berufsstruktur der Neubürger in der Mitte
des 15. Jahrhunderts
2.6.2. Berufsstruktur der Neubürger im 16. Jahrhundert
2.7. Integration von Hof- und Stadtgesellschaft im Spiegel der
Neubürgerverzeichnisse
3. Die Vermögensverteilung
3.1. Bedeutung des Vermögens
3.2. Methodische Probleme
3.3. Vermögensverteilungen
3.3.1. Vermögenssteuer von 1488
3.3.2. Vermögenssteuer von 1502 und 1506
3.3.3. Türkensteuer von 1522
3.3.4. Pfennig- und Kriegssteuer von 1546
3.3.5. Vermögenseinschätzungen der Jahre
1561, 1570 und 1583
3.3.6. Vermögenslage der Vorstädter
4. Die Wohn-, Arbeits- und Besitzformen
5. Die Struktur und Entwicklung von Handwerk, Handel
und Dienstleistungen
5.1. Entwicklung des Innungswesens
5.2. Innungsgrößen und Meisterzahlen
5.3. Wirtschaftssektoren
6. Die politische und administrative Führung der Stadt
7. Die Geistlichkeit
8. Der Adel in der Stadt
9. Die Akademiker
9.1. Studenten aus Dresden
9.2. Akademiker in Dresden
10. Die sozialen Randgruppen
10.1. Juden
10.2. Bettler
11. Das Individuum in der Residenzbildung: Karriereverläufe
und Karrieremuster
11.1. Daniel Greser
11.2. Michael Brunner
11.3. Sebastian Leonhart
11.4. Karrieremuster
12. Residenzbildung und Bevölkerungsentwicklung:
Eine Zusammenfassung
IV. Schlussbetrachtungen
Anhang
1. Systematik der Berufe und Erwerbstätigkeiten
2. Währungsangaben
Quellen- und Literaturverzeichnis
1. Quellenverzeichnis
1.1. Archivalische Quellen
1.2. Gedruckte Quellen
2. Literaturverzeichnis
Verzeichnis der Abbildungen, Tabellen und Graphiken

Das Buch untersucht die Entwicklung Dresdens zur Residenzstadt an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit. Der stadtgeschichtliche Transformationsprozess wird in einem ersten Abschnitt zunächst anhand der Topographie systematisch ausgeleuchtet. Dabei werden insbesondere Wandlungen geschildert, die aus der Residenzfunktion resultierten, aber auch Stadtbereiche markiert, die von der Residenzbildung nahezu unbeeinflusst blieben. Auf diese Weise wird die Struktur des Stadtraumes, der heute nur noch wenig mit seiner Gestalt des 15. und 16. Jahrhunderts gemein hat, rekonstruiert, städtische Gestaltungsbereiche und Gestaltungsformen von höfischen abgegrenzt sowie erste wichtige Schlaglichter auf das Verhältnis von Fürstenhof und Stadtführung geworfen.
In einem zweiten Abschnitt widmet sich die Studie der Dresdner Bevölkerung. Die Analyse bedient sich dabei drei unterschiedlicher Perspektiven. Zunächst werden die Bevölkerung insgesamt sowie große Teilgruppen in den Blick genommen. So wird nach der Entwicklung der Bevölkerungszahl sowie dem Umfang, der Herkunft und der beruflichen Struktur der Neubürger gefragt. Analysen der Vermögensstrukturen schließen sich hieran an. Enger wird der Fokus mit der Untersuchung der wichtigsten sozialen und ökonomischen Gruppen gestellt. Die politischen Eliten von Stadt und Hof geraten dabei ebenso in den Blick, wie die Innungen und verschiedene Bereiche der Hofhaltung und Territorialverwaltung. Auch werden soziale Sondergruppen, wie der in Dresden ansässige Adel und die Geistlichkeit, näher betrachtet. Noch einmal verengt wird der Blick in einem dritten Schritt. Es werden nun ausgewählte, besonders gut überlieferte Biographien genauer untersucht, wodurch eine Detailschärfe erreicht wird, die weder bei der Betrachtung der Gesamtbevölkerung noch der wichtigsten Gruppen gelingen kann. Soziale, ökonomische und politische Konflikte werden ebenso sichtbar, wie die insbesondere im 16. Jahrhundert an Dynamik gewinnende Integration von Bürgerschaft und Hof.