Angaben aus der Verlagsmeldung

Braunschweiger Land / von Fritz J Krüger, Monika Bernatzky, Bernd Keck, Christine Kellner-Depner, Michael Klopschar, Stephan Lütgert, Stefan Röber, Werner Schneider, Renate Vanis, Jürgen Vespermann, Karl F Weber, Henning Zellmer


Das Braunschweiger Land, vom nördlichem Harzrand im Süden bis zum Flechtinger Höhenzug im Norden, erschließt alle Schichten des Erdmittelalters und einige im Tertiär und Quartär. Es ist deshalb von besonderer geologisch-paläontologischer Bedeutung. Die hier vorgeschlagenen Exkursionen und Routen sind bis auf einige Ausnahmen »Wanderungen im Mesozoikum«.

Durch 32 Exkursionspunkte (EP), die nur einen oder mehrere Aufschlüsse behandeln oder einen ganzen Höhenzug erschließen können, werden geologische, paläontologische, vorgeschichtliche und dem Thema nahe stehende kulturgeschichtliche Sehenswürdigkeiten vorgestellt. Sie sind mittels der beigegebenen Karten gut zu finden und mit dem Auto leicht zu erreichen. Die meisten sind auch gefahrlos zu begehen.

Vorwort 5-6
Einführung in die Geologie des Braunschweiger Landes – Geographische Lage und naturräumliche Gliederung
(Henning ZELLMER, Werner SCHNEIDER und Karl-Friedrich WEBER) 7-12
EP 1: Geologisch-historische Stadt-Exkursion durch Braunschweig
(Fritz J. KRÜGER) 13-23
EP 2: Das Staatliche Naturhistorische Museum in Braunschweig – 250 Jahre Naturgeschichte
(Fritz J. KRÜGER) 24-28
EP 3: Geologische Wanderung durch die Asse
(Fritz J. KRÜGER) 29-38
EP 4: Im Salzstock unter der Asse (Fritz J. KRÜGER) 39-45
EP 5: Hilskonglomerate auf den Feldern rund um die Asse
(Fritz J. KRÜGER) 46-52
EP 6: Geologie- und Natur-Erlebnispfad »Heeseberg«
(Henning ZELLMER, Werner SCHNEIDER und Stefan RÖBER) 53-58
EP 7: Geopark-Informationszentrum Königslutter: Ein Portal zum Geopark im Braunschweiger Land
(Henning ZELLMER und Stefan RÖBER) 59-61
EP 8: Findlingsgarten Königslutter: Spuren der Eiszeit
(Henning ZELLMER und Stefan RÖBER) 62-65
EP 9: Erlebnissteinbruch Hainholz im Elm
(Henning ZELLMER, Stefan RÖBER und Werner SCHNEIDER) 66-70
EP 10: Der Elm – Aufschlüsse im Muschelkalk
(Fritz J. KRÜGER) 71-86
EP 11: Der Grandkuhlenberg bei Winnigstedt
(Fritz J. KRÜGER) 87-89
EP 12: Steinbrüche im Turon bei Groß Flöthe am Oderwald
(Jürgen VESPERMANN) 90-91
EP 13: Die Quarzsandgruben bei Uhry
(Fritz J. KRÜGER) 92-94
EP 14: Informationspunkt Schöningen: Bergbaulandschaft am Tagebau Schöningen
(Henning ZELLMER, Stefan RÖBER und Fritz J. KRÜGER) 95-102
EP 15: Sensationelle archäologische Funde: Die Schöninger Speere
(Stephan A. LÜTGERT) 103-105
EP 16: Megalithgräber: Die Lübbensteine bei Helmstedt
(Monika BERNATZKY) 106-109
EP 17: Die Bockshornklippe und »Baustelle Großsteingrab« in Groß Steinum
(Henning ZELLMER, Stefan RÖBER und Monika BERNATZKY) 110-113
EP 18: Ehemalige Eisenerzgrube bei Rottorf am Klei
(Fritz J. KRÜGER) 114-118
EP 19: Hondelage: Grube im Posidonienschiefer (Lias epsilon)
(Michael KLOPSCHAR) 119-124
EP 20: Ungewöhnlich: Ein Geologischer Lehrpfad in der Autostadt
(Fritz J. KRÜGER) 125-129
EP 21: Gletscherschrammen auf Rhätsandstein in Velpke
(Henning ZELLMER und Werner SCHNEIDER) 130-132
EP 22: Die neue Tongrube Vöhrum
(Jürgen VESPERMANN) 133-135
EP 23: Lengede: Fossilien im Rathaus
(Fritz J. KRÜGER) 136-141
EP 24: Das Coniacium von Salzgitter-Salder
(Bernd KECK) 142-144
EP 25: Das Neandertaler-Jägerlager von Salzgitter
(Christine KELLNER-DEPNER und Renate VANIS) 145-148
EP 26: Die Lichtenberge bei Salzgitter-Gebhardshagen
(Jürgen VESPERMANN) 149-151
EP 27: Baddeckenstedt: Geologie und Fossilien eines geschützten Geotops
(Fritz J. KRÜGER) 152-160
EP 28: Die Bodensteiner Klippen im Hainberg bei Bodenstein
(Jürgen VESPERMANN) 161-163
EP 29: Ehemaliger Eisenerztagebau »Glockenberg« bei Dörnten im Salzgitterer Höhenzug
(Jürgen VESPERMANN) 164-165
EP 30: Stromatolithen im Unteren Buntsandstein des Harlys bei Vienenburg
(Jürgen VESPERMANN) 166-168
EP 31: Steinbruch der Rohstoffbetriebe Oker am Langenberg (Oberjura)
(Jürgen VESPERMANN) 169-176
EP 32: Das Vorkommen von Untercenomanium bis Unterconiacium (Oberjura) bei Hoppenstedt
(Fritz J. KRÜGER, Stefan RÖBER und Henning ZELLMER) 177-182
Museen und Heimatstuben (Fritz J. KRÜGER) 183-186
Literatur 187-192

Dieser Wanderführer in die Erdgeschichte des Braunschweiger Landes ist für Naturfreunde, Fossiliensammler und heimatkundlich Interessierte gedacht. Während meiner Museumsarbeit, bei Fundberatungen und Seminaren, werde ich häufig von Sammlern und besonders von Eltern mit wissensdurstigen Kindern gefragt, wo sie gefahrlos nach Fossilien suchen können. Gibt es geologische Wanderpfade mit Aufschlüssen in dem erdgeschichtlich so interessanten Braunschweiger Raum?

Es gibt sie und sie werden auch nicht geheim gehalten. Nur ist es nicht immer leicht, an die entsprechenden Informationen zu kommen. Ältere Literatur ist häufig vergriffen. Verstreut finden sich hier und da Informationen und Wanderführer. Neuerdings die vom FEMO (Freilicht- und Erlebnismuseum Ostfalen) herausgegebenen Schriften zu den von ihm angelegten und betreuten Erlebnispfaden.

Um dem Mangel eines fehlenden aktuellen Exkursionsführers abzuhelfen, hat sich das Staatliche Naturhistorische Museum in Braunschweig entschlossen, in Kooperation mit FEMO, Königslutter, einen aktuellen erdgeschichtlichen Wanderführer zu initiieren. Ein hervorragender Anlass dazu war das Jubiläumsjahr 2004 zum 250jährigen Bestehen des Naturhistorischen Museums. In diesem Jahr wurde mit der Arbeit begonnen, für die ich zahlreiche Mitautoren gewinnen konnte.

Das Ziel dieser »Wanderungen in die Erdgeschichte« ist es, die geologischen Schichten und Abläufe zu erklären, die unsere Landschaft geprägt haben. Das sind besonders die salztektonischen Vorgänge, die bis in die Zechsteinzeit zurückreichen und die egalisierenden Kräfte der letzen Kaltzeiten.

Leider gibt es keine Aufschlüsse mehr im Stadtgebiet von Braunschweig, abgesehen von temporären Baugruben in Neubaugebieten und Straßenbaustellen, wie z.B. in Braunschweig-Rautheim und beim Bau der Autobahn A 39.

Früher gab es bis acht Ziegeleien allein im westlichen Stadtgebiet, von denen die Ziegeleien Weinberg und Grimme (Inhaber Lindemann) die letzten waren, die Ton zur Ziegelherstellung abbauten. Die fossilreichen Tone und Mergel aus dem Santonium und Untercampanium wurden im 19. Jahrhundert wissenschaftlich bearbeitet und für einige neu beschriebene und benannte Fossilien gilt Braunschweig als Typuslokalität.

Das Braunschweiger Land, vom nördlichem Harzrand im Süden bis zum Flechtinger Höhenzug im Norden, erschließt alle Schichten des Erdmittelalters und einige im Tertiär und Quartär. Es ist deshalb von besonderer geologisch-paläontologischer Bedeutung. Die hier vorgeschlagenen Exkursionen und Routen sind bis auf einige Ausnahmen »Wanderungen im Mesozoikum« unseres Raumes.

Diese Wanderungen sind einfach gegliedert. Durch 32 Exkursionspunkte (EP) werden geologische, paläontologische, vorgeschichtliche und dem Thema nahe kulturgeschichtliche Sehenswürdigkeiten vorgestellt. Sie sind mittels der beigegebenen Karten gut zu finden und mit dem Auto leicht zu erreichen. Die meisten sind auch gefahrlos zu begehen. Ein Exkursionspunkt kann nur einen Aufschluss behandeln, wie z.B. die ehemalige Eisenerzgrube in Rottorf am Klei, oder einen ganzen Höhenzug erschließen, wie den Elm.

Besondere Vorsicht ist jedoch in einigen Aufschlüssen vor Steinbruchwänden und steilen Hängen geboten. Dort ist unbedingt ein Helm zu tragen und Eltern oder Begleitpersonen haben verstärkt auf ihre Schutzbefohlenen zu achten.

Es sind auf diesen Exkursionen immer die Eigentumsrechte anderer zu beachten und nicht zu verletzen. Ein Steinbruch oder ein Aufschluss hat immer einen Besitzer und wir benötigen seine Einwilligung, das Gelände betreten zu dürfen. Es sind auch wichtige Haftungsfragen berührt, falls etwas passieren sollte.

Einige Aufschlüsse sind geschützte Biotope/Geotope, von engagierten Bürgern oder Gruppen gekauft und betreut, damit Pflanen und Tiere sich ungestört entfalten und leben können. Auch geologische Aufschlüsse sollen für die nachfolgenden Generationen erhalten bleiben und nicht generell als Mülldeponien dienen.

Der Landschafts- und Naturschutz ist zu beachten und das Gelände nicht durch Abfälle zu verunreinigen. Fossilien werden nicht im Gelände präpariert, sondern mit Bedacht und dem richtigen Werkzeug zu Hause. Die mitgenommenen Proben sollten, mit einem Fundzettel versehen, in Papier eingewickelt und transportiert werden, um sie nicht durch Aneinanderschlagen zu beschädigen.

In den angeführten Museen, Ausstellungen und Heimatstuben sind regionale Besonderheiten zu sehen, die Zusammenhänge erkennen lassen und zum Verständnis der eigenen Funde dienen können.

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Fritz J. KRÜGER

Das Ziel dieser »Wanderungen in die Erdgeschichte« ist es, die geologischen Schichten und Abläufe zu erklären, die unsere Landschaft geprägt haben. Das sind besonders die salztektonischen Vorgänge, die bis in die Zechsteinzeit zurückreichen und die ausgleichenden Kräfte der letzen Kaltzeiten.

Naturfreunden, Fossiliensammlern und heimatkundlich Interessierten sowie Eltern mit wissensdurstigen Kindern erhalten in diesem Band Hinweise, wo sie gefahrlos nach Fossilien suchen können. Auf geologische Wanderpfade mit Aufschlüssen im erdgeschichtlich äußerst interessanten Braunschweiger Raum wird hingewiesen.